02.03.2011 Kulturfrühstück

Reinemund: Kultur ist Nahrung für die Seele

Birgit ReinemundBirgit Reinemund MdB „Kultur ist Nahrung für die Seele“, so eröffnete die FDP-Bundestagsabgeordnete Birgit Reinemund das 53. Kulturfrühstück der FDP-Fraktion. Am Sonntag hat die Fraktion Künstler und Kulturschaffende sowie zahlreiche Gäste in die Halle 02 auf dem Gelände des Alten Güterbahnhofs in Heidelberg eingeladen, um über das Thema "Kultur in Deutschland" zu diskutieren. Neben Dr. Birgit Reinemund waren Staatssekretär Hans-Joachim Otto und der kulturpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Reiner Deutschmann, Gastgeber. Birgit Reinemund ging in ihrer Begrüßung auf die wirtschaftliche Bedeutung von Kultur und die Metropolregion Rhein-Neckar ein.
Staatssekretär Hans-Joachim Otto, im Bundeswirtschaftsministerium unter anderem verantwortlich für die Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft, betonte in seiner Rede die Aspekte liberaler Kulturpolitik. Dabei konzentrierte er sich auf die drei Schwerpunkte Kulturfinanzierung, Unterstützung der Branchen der Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland und kulturelle Bildung. Viel Beifall erhielt er für den Hinweis, dass sich die Liberalen nachdrücklich für die Beibehaltung des musischen und ästhetischen Unterrichts an den allgemeinbildenden Schulen einsetzen werden.

Moderator Andreas Heinzgen befragte die Street Art Künstlerin Jasmin Siddiqui vom Künstlerduo „herakut“ und Pascal Jesus Baumgärtner vom Projekt „Subkultureller Fortschritt“ nach ihrer Motivation. Beide berichteten von der Bedeutung der Kunst für den Künstler, nämlich sich selbst ausdrücken zu können. Diskutiert wurde auch, unter welchen Bedingungen Künstler heutzutage arbeiten müssen. Jasmin Siddiqui beispielsweise hat mit den typischen Unwägbarkeiten einer Freischaffenden wie  unregelmäßige Arbeitszeiten, Unsicherheit im Einkommen, etc. zu tun.

Reiner Deutschmann machte deutlich, dass für ihn Kultur ein „Grundnahrungsmittel“ sei. Am Ende sei es wichtig, dies bezahlen zu können. Bundeskulturpolitik sei hauptsächlich für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für Kunst und Kultur zuständig.

Professor Udo Dahmen, Künstlerischer Direktor und Geschäftsführer der Popakademie Mannheim,  berichtete vom Ansinnen der Popakademie, geistiges Eigentum fassbar zu machen. So gehen mit der School of Rock jährlich Teams aus Popmusikdesign-Studenten und Dozenten der Popakademie Baden-Württemberg auf Tour und rocken die Schulen der Region. Wer dort einmal mitgemacht habe, wisse geistiges Eigentum zu schätzen. Politisch brauche es aber eine Verständigung, so Professor Dahmen, wie das geistige Eigentum geschützt werden könne. Mit den illegalen Downloads gehe es der Musikindustrie nicht anders als der Film- und Buchindustrie.

Hans-Joachim Otto betonte in seinem Schlusswort, dass die Politik sich um Lösungen bemühe und die Kreativen fest im Blick habe. Er dankte den Podiumsgästen herzlich für die Teilnahme und Anregungen.