Neue Organspenderregelung soll kommen
Laut einer Forsa-Umfrage, die die Techniker Krankenkasse (TK) Anfang Juni veröffentlicht hat, befürworten fast zwei Drittel der Menschen in Deutschland eine Änderung des derzeitigen Transplantationsgesetzes. 41 Prozent sprachen sich hiernach für die sogenannte Entscheidungslösung aus – das bedeutet: Jeder Bürger wird befragt, ob er sich für eine Organspende bereiterklärt. Die Antwort soll dann im Personalausweis, Führerschein oder der Krankenversicherungskarte dokumentiert werden. Die Widerspruchslösung, bei der jeder, der sich zu Lebzeiten nicht offiziell gegen eine Organspende ausgesprochen hat, im Todesfall automatisch zum Spender wird, befürworteten 23 Prozent der Befragten.Organspende muss freie Entscheidung bleiben
„Es muss das Recht geben, sich nicht zu entscheiden“, stellte FDP-Politiker Michael Kauch klar. Die FDP-Fraktion distanziert sich davon, den Menschen in dieser sensiblen Frage die Pistole auf die Brust zu setzen.
Die Entscheidung für eine Organspende setzt Vertrauen in die Medizin voraus. „Sie muss aus eigenem Antrieb heraus getroffen werden. Eine Pflicht für jeden Bürger, sich für oder gegen die Organspende auszusprechen, würde wesentliche Grundrechte beschränken“, argumentieren die Liberalen.
Damit alle Bürger möglichst mehrmals im Leben mit der Frage der Organspende konfrontiert werden, will die FDP-Fraktion die Übergabe von Aufklärungsbroschüren gemeinsam mit der Ausgabe von Personalausweisen und Führerscheinen verpflichtend einführen. „Zudem schlagen wir eine freiwillige Speicherung der Organspende-Bereitschaft auf der elektronischen Versichertenkarte vor“, heißt es in dem Positionspapier der FDP-Fraktion. Dort wäre sie nicht zentral gespeichert und nur für Ärzte und andere Heilberufe einsehbar. Bei einem Sinneswandel könnte der Eintrag schneller und unkomplizierter als bei einer Speicherung auf dem Personalausweis gelöscht werden.