13.07.2010 Gesundheitspolitik

Liberale lehnen Erstattungsverbot für Homöopathie ab

Ulrike Flach Für FDP-Gesundheitsexpertin Ulrike Flach gehören Vielfalt und Wettbewerb „im Sinne einer guten Versorgung zwingend in unser Gesundheitssystem“. Den Vorstoß des SPD-Gesundheitspolitikers Karl Lauterbach, eine Erstattung homöopathischer Behandlungen zu verbieten, lehnt sie daher ab. Dies sei ein „Anschlag auf die Wahlfreiheit der Versicherten und Patienten“, so Flach.
Derzeit können die Krankenkassen ihren Versicherten so genannte Wahltarife bieten, über die auch homöopathische, also alternativmedizinische Behandlungen erstattet werden. Für Flach sichert diese Praxis Vielfalt und Wettbewerb. Beides gehöre „im Sinne einer guten Versorgung zwingend in unser Gesundheitssystem“. Krankenkassen müssten ihren Versicherten auch über den gesetzlich vorgegebenen Leistungskatalog hinaus gute Angebote machen können. „Alles andere wäre die staatlich verordnete Einheitskasse“, so Flach.   

Auch der geringe Anteil der Homöopathie an den Gesundheitskosten zeigt für die Liberale, dass es Lauterbach bei dem Vorstoß „nicht um die Sache“ gehe. Produkte aus der Alternativmedizin verursachen Kosten von lediglich acht Millionen Euro im Jahr, bei Arzneimittelausgaben von insgesamt rund 30 Milliarden. Das sind weniger als 0,03 Prozent. Flach verwies außerdem auf den Koalitionsvertrag, in dem eine Überprüfung der Wahltarife bereits verankert ist.  

Auch Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) stellte klar, dass unabhängig von der Frage der Homöopathie weitere Reformen „des Systems und im System“ notwendig seien.  „In diesem Zusammenhang werden wir auch die Wahltarife noch einmal genau anschauen.“

Grundsätzlich spreche aber nichts gegen Wahltarife, auch nicht bei der Homöopathie. „Wir wollen mehr Wettbewerb zwischen den Kassen. Und genau darum geht es bei den Wahltarifen. Damit können sich die Kassen voneinander abgrenzen und den Versicherten attraktive Angeboten unterbreiten.“ Ein Verbot der Erstattung homöopathischer Behandlungen lehnt der Minister daher ab.