24.02.2011 Netzpolitik

Großer Andrang bei Politiker-LAN im Bundestag

Jimmy Schulz und Dorothea Baer feuern Pilot Manuel Höferlin an Am Mittwochabend gab die Fraktionsebene im Bundestag ein ungewöhnliches Bild ab: Bundestagsabgeordnete spielten an 30 Stationen verschiedenste Computer- und Konsolen-Spiele. Manuel Höferlin, Jimmy Schulz (beide FDP) und Dorothee Bär hatten zur ersten Bundestags-LAN-Party geladen und zahlreiche Journalisten, Gamer und Politiker waren der Einladung gefolgt. Das Ziel: Berührungsängste mit Computer-Spielen abzubauen.
Bei der ersten Politiker-LAN handele es sich in erster Linie um eine Infoveranstaltung für Abgeordnete, betonte FDP-Netzpolitiker Jimmy Schulz. Für Politiker also, die sonst eher keinen Zugang zu Computer-Spielen hätten. Diese bekämen hier nun die Chance, die Welt der Gamer selbst anzufassen und einmal die „gesamte Palette der Spiele“ zu erleben.
Die CSU-Netzpolitikerin und Mit-Initiatorin Dorothea Bär betonte, dass Computer-Spiele längst Kulturgut seien. Sie freue sich, dass die Veranstaltung eine solche Resonanz erfahre und „neben den üblichen Verdächtigen“ auch Kollegen aus dem Innen- und Rechtsbereich zu Besuch seien.

FDP-Netzpolitiker Manuel Höferlin betonte, dass die Menschen schon immer gespielt hätten, heute tue man dies jedoch an Computern und Konsolen. Dies gehöre eben zur „Lebenswirklichkeit“ vieler junger Menschen dazu. Diese Spiele hätten aber durchweg auch positive Effekte. Die Spielewelt sei vielfältig und es gebe viele Spiele, die Mannschaftsgeist und den Teamgeist förderten. Die meisten Spiele seien zudem sehr kommunikativ. Es passe nicht mehr, von Jugendlichen auszugehen, die sich alleine im Zimmer einsperren. Sie spielten mit anderen Gamern, die über den ganzen Globus verteilt seien oder eben mit Freunden in der Nachbarschaft.

Ebenfalls zu Gast war die Drogen- und Suchtbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans. Sie erinnerte daran, dass es nach wie vor die Gefahr gebe, dass sich Menschen in der Spielewelt verlieren. Sie unterstütze es, dass die Politiker bei der LAN-Party die Spiele kennenlernten und zudem möglich sei, auch auf Probleme hinzuweisen. Sie bezeichnete es als äußerst wichtig, dass insbesondere die Eltern sensibilisiert werden. „Die Eltern müssen wissen, was ihre Kinder spielen“, so Dyckmans.