01.06.2011 Energiepolitik

FDP bringt Rationalität in die Energiewende

Rainer BrüderleRainer Brüderle

Den Weg ins Zeitalter der erneuerbaren Energien hatte die christlich-liberale Koalition mit ihrem Energiekonzept bereits eingeschlagen. Nach der Katastrophe von Fukushima „gehen wir schneller dorthin“, so FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle. Welche Konsequenzen sich für den Industriestandort Deutschland ergeben, erklärte der Liberale im Interview mit dem „Hamburger Abendblatt“. Er fordert eine "neue Ehrlichkeit in der Energiepolitik.“

„Jeder Bürger sollte wissen, dass die Entscheidung, innerhalb eines Jahrzehnts aus der Kernkraft auszusteigen, Konsequenzen hat“, stellte Brüderle klar. Um den Industriestandort Deutschland zu schützen, seien Ausgleichsmaßnamen für energieintensive Betriebe vonnöten, wenn die Energiekosten steigen.

Zudem müsse beispielsweise mehr in die Gebäudesanierung, neue Kohle- und Gaskraftwerke investiert werden. „Ich halte Berechnungen von Haushaltspolitikern, nach denen der schnellere Atomausstieg den Bundeshaushalt jährlich mit zwei Milliarden Euro belasten wird, für plausibel. Dazu kommen Kosten für die Verbraucher, die schwer zu beziffern sind“, rechnete der ehemalige Wirtschaftminister vor.

Nicht zu vergessen sei auch, dass der Ausbau des Stromnetzes Eingriffe in die Natur mit sich bringen werde, erklärte Brüderle. „Ich erwarte, dass alle Nichtregierungsorganisationen, die gegen die Kernkraft demonstriert haben, jetzt den Leitungsbau unterstützen. Ich fordere neue Ehrlichkeit in der Energiepolitik.“