10.06.2011 Krankenhaushygiene

Besserer Infektionsschutz dank FDP-Initiative

Gesetzesinitiative in Rekordzeit durchgebrachtGesetzesinitiative in Rekordzeit durchgebracht

Krankenhausinfektionen sollen künftig besser verhütet und bekämpft werden. Das hat der Bundestag am Donnerstag beschlossen. Die im vergangenen Herbst von der FDP-Bundestagsfraktion ergriffene Initiative für eine Verbesserung der medizinischen Hygiene sei in Rekordzeit zu einem erfreulichen gesetzgeberischen Ergebnis gekommen, freuten sich die FDP-Gesundheitspolitiker Lars Lindemann und Jens Ackermann.

Laut Gesetz erkranken in Deutschland jährlich zirka 400.000 bis 600.000 Patienten an Krankenhausinfektionen. Schätzungsweise sterben daran zwischen 7.500 und 15.000 Patienten. Ein Teil der Infektionen und Todesfälle ist jedoch durch geeignete Präventionsmaßnahmen vermeidbar. Das Gesetz sieht auch vor, beim Robert-Koch-Institut eine neue Kommission einzurichten, die Empfehlungen zum fachgerechten Einsatz von Diagnostika und Antiinfektiva bei der Therapie resistenter Infektionserreger geben soll.

Bessere Hygieneregelungen zum Schutz vor resistenten Erregern

Jens AckermannJens Ackermann Das Hauptproblem: Widerstandsfähige Keime, die kaum zu behandeln sind, wenn sich Patienten damit infiziert haben – die so genannten multiresistenten Keime. Viele Menschen haben sie auf der Haut, doch zur Gefahr werden sie erst bei den Kranken und Schwachen. Um die Infektionen künftig besser in den Griff zu bekommen, sieht das Gesetz unter anderem vor, Menschen vor den resistenten Erregern durch eine bessere Einhaltung von Hygieneregeln und eine sachgerechte Verordnung von Antibiotika zu schützen. Bislang mangelt es an der Umsetzung von notwendigen Hygienestandards für Krankenhäuser und Pflegeheime – das wird nun geändert.

Krankenhäuser dürfen nicht noch kränker machen

Der Obmann im Gesundheitsausschuss, Jens Ackermann, freute sich, dass das von ihm und seinem Kollegen Lars Lindemann angestoßene Gesetz zum Schutz vor Krankenhausinfektionen vom Bundestag verabschiedet wurde: „Es wurde Zeit, dass mit der Änderung des Infektionsschutzgesetzes die Hygiene in deutschen Krankenhäusern und medizinischen Einrichtungen deutlich verbessert wird. Hierzulande sterben fast zehnmal so viele Menschen durch mangelnde Krankenhaushygiene als im Straßenverkehr – hier mussten wir handeln."

Gesetzesinitiative in Rekordzeit durchgebracht

Lars LindemannLars Lindemann Dass die Initiative richtig war, zeigt, dass die Opposition das Gesetz nicht ablehnt habe, so Ackermann. Das ist bei gesundheitspolitischen Themen lange nicht geschehen und es wäre auch der Bevölkerung nicht zu vermitteln gewesen. Denn: "Mit dem Gesetz schützen wir die Menschen davor, dass sie kränker aus einem Krankenhaus kommen, als sie hinein gegangen sind. Gerade in Zeiten von EHEC hat die Koalition bewiesen, dass sie Hygiene ernst nimmt.“ Nach jahrelangem Stillstand habe die Koalition damit nach knapp einem dreiviertel Jahr die angekündigte Gesetzesinitiative zur Verbesserung der medizinischen Hygiene in Deutschland geliefert, freute sich FDP-Gesundheitsexperte Lars Lindemann.